Aktives Alter Littau

Andreas Aeschlimann,

Hommage an Mani Matter mit Chansons und Texten

 

Montag, 13. März 2017, 14.00 Uhr, Pfarrsaal der kath. Kirche Littau, Am 20. Oktober

 

2014, hatte Dr. phil. Joseph Bättig bereits über Mani Matter berichtet (Siehe unten). Nun durften wir Mani Matter auf eine ganz neue Art erleben.

 

Mit seinem (sympathischen) zürcher Dialekt interpretiert Andreas Aeschlimann Mani Matters Chansons unverfälscht und zieht einen roten Faden durchs Programm. Ergänzt wird die musikalische Darbietung durch Zwischentexte, welche Einblicke in  esondere biografische Stationen Mani Matters geben.

Nebst den bekannten Liedern, hörten wir auch weniger bekannte, alle mit der berührenden Mischung aus Humor, Tiefsinn und weltgeschichtlicher Dimensionen. Bei schönstem Frühlingswetter erlebten wir im sonnigen Pfarrsaal einen bereichernden Nachmittag.

 

Text, Bilder und Video: Redaktion

 

Videoausschnitte, 5 Minuten



Mani Matter, „I han es Zündhölzli azündt“

Vortrag von Dr. phil. Joseph Bättig

20. Oktober 2014, im Gasthof Ochsen, Littau

 

Wer dachte, einiges über Mani Matter (1936-1972) zu wissen, dem wurde auf sehr kurzweilige Art viel Neues vermittelt.

Dr. phil. Joseph Bättig (Er erinnert sich gerne an seine Schülerzeit in Littau), vermochte es, den Zuhörern im voll besetzten Ochsen-Saal, mit Bild, Ton und Humor, das Leben und Werk des unvergesslichen und unnachahmlichen Sängers und Poeten in einem ganz neuen Licht erscheinen zu lassen.

Es beginnt natürlich mit der Sprache: Weil die holländische Mutter nicht Deutsch spricht und der Vater nicht Holländisch, wird, mitten in seiner berndeutschen Umgebung, Französisch zur Muttersprache des Kindes.

Dann die Wortspielereien: Wie wird aus „Port Arthur“ ein ganzer Satz? Der frühbegabte Mani erfindet: „Bort Arthur immer noch in der Nase?“

Der Tod der Mutter verursacht 1953 eine schwere Traumatisierung.

1967/68 verbringt er mit seiner Familie - seiner Ehefrau Joy und den drei Kindern (Ueli, Sibyl und Meret) - ein Jahr an der University of Cambridge und arbeitet dort an seiner Habilitationsschrift.

1970 erhält er von der Universität Bern einen Lehrauftrag für Staats- und Verwaltungsrecht.

Nebst dieser eher unbekannten beruflichen Karriere steht natürlich sein Werdegang als Künstler im Vordergrund. Dieser hatte schon sehr früh im kleinen und privaten Rahmen begonnen.

1960 ist er erstmals am Radio zu hören. Es folgen Auftritte mit den Berner Troubadours und erst 1971 startet er, auf betreiben Emil Steinbergers, sein erstes Soloprogramm im Kleintheater Luzern.

Der Erfolg war gross, für ihn vielleicht zu gross! Jedenfalls hatte er bereits beschlossen, neue Wege zu gehen, als er 1972 tragischer weise, 36-jährig, verunglückte.

Joseph Bättig zeigte an Beispielen auf, wie raffiniert und hintergründig die Texte von Mani Matter sind. Viele Lieder haben einen (verborgenen) Hintergrund:

Vom kleinen Anlass zur Katastrophe: „I han es Zündhölzli azündt“

Kunstbetrieb: „De Ferdinand isch gschtorbe“

Verpasste Gelegenheiten: „Ds Lied vo de Bahnhöf“

Anarchie: „Si hei dr Wilhälm Täll ufgfüert

Machtmissbrauch: „Dr Hansjakobli u ds Babettli“

Und in jedem Lied klingen seine Grundsätze mit: „Zuhörer werden zu Mitfühlenden und Mitdenkenden“, „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.

Der Vortrag motiviert dazu, die Lieder wieder zu hören und die Texte nochmals zu lesen!

Bei der Verabschiedung bedankt sich Seppi Fries, im Namen der grossen Zuhörerschar, für diesen aussergewöhnlichen Nachmittag des Aktiven Alter Littau.

Bruno Peter

 

Bilder: Hong Phuong Bui