Aktives Alter Littau

Ausflug nach Basel am 27. Mai 2014

Aktives Alter Littau auf Spurensuche im Dreiländereck

 

Die „Regio Basiliensis“  liegt dem Innerschweizer in der Regel nicht so nahe. Fasnacht – Mustermesse – Chemie – Rheinhafen - FC-Basel – Bistum – Flughafen – Spalebärg 77a - Tram, das etwa sind die in zufälliger Folge aufgezählten Metaphern, die dem Normalbürger unserer Gegend zu Basel einfallen. „Dies soll sich ändern“, sagten sich die Verantwortlichen des Aktiven Alters Littau!

 

Seppi Fries, der ideenreiche und nimmermüde Präsident der aufgestellten Altersvereinigung des neuen Luzerner Quartiers hatte deshalb seine Seniorinnen und Senioren zum alljährlichen Ausflug diesmal „lediglich“  zum Besuch der Stadt Basel eingeladen. Eine satte Hundertschaft  folgte dem Aufruf und nahm bei unfreundlichen meteorologischen Bedingungen den Weg unter die Räder der zwei modernen, behaglich beheizten Reisecars. Im Gleichschritt zum immer besser werdenden Wetter lösten sich die Zungen der Reisenden, um dann, nach obligater Pause mit Kaffee und Gipfel im Hotel Mövenpick in Egerkingen,  zu einem wahren Crescendo aufzublühen.

 

In der Stadt am Rheinknie angekommen und dem Reisebus am Flussufer entstiegen, wurden die Gäste als erstes des Temperaturunterschiedes  gewahr;  Basel liegt nur 250 m über Meereshöhe!  Der kurze Spaziergang entlang des Wassers und an einer der Rheinfähren vorbeiführend weckte Assoziationen an Schuberts „Auf dem Wasser zu singen“ (‚mitten im Schimmer der schimmernden Wellen gleitet, wie Schwäne, der wankende Kahn‘), erinnerte aber, beim Anblick der vielen schwer tuckernden Frachter auch daran, dass Basel an dem Strom liegt, der unser Binnenland mit der Weite des Ozeans und damit der Welt verbindet.  Beim anschliessenden Mittagessen im ebenfalls am Rheinufer gelegenen Restaurant hatte sich der Gastgeber mit dem Service eines 3-Gang-Menus einiges vorgenommen – immerhin diente es der Zuführung  entsprechender Kalorien, die für die geplanten Aktivitäten des Nachmittags erforderlich waren!

 

Da sich die Unterschiede der Lebensalter der mitgereisten Damen und Herren auf drei Dekaden erstrecken war es sinnvoll, die Besichtigung der rund 175.000 Einwohner zählenden Stadt auf zwei „Stärkeklassen“ aufzuteilen: die eine mit, die andere ohne Car-Unterstützung. Beide Führungen zeichneten sich durch hohe Qualität aus.  Von der Kultur- und Kunsthistorikerin war vieles zu vernehmen, was, einst in der fernen Schulzeit wohl gelernt, im Laufe eines langen Lebens aber ins Dunkel schwacher  Erinnerung abgesunken ist. Beispiele gefällig: Spuren menschlicher Besiedlung im Raume Basel seit 300.000 Jahren nachgewiesen – Basel ist Bistumsstadt seit dem 7. Jahrhundert – die Pestepidemie im Jahre 1348 bringt der Hälfte der Bevölkerung den Tod - das gewaltige Erdbeben von 1356  legt die Stadt in Trümmer und Asche – im Basler Konzil von 1439 wird der Gegenpapst Felix V. gewählt – die Reformation hält 1529 in Basel Einzug – Bürgermeister Johann Rudolf Wettstein vertritt die Eidgenossenschaft 1648 am Friedenskongress im westfälischen Münster - der Universalgelehrte Erasmus von Rotterdam, der Maler Hans Holbein d.J. sowie der Kupferstecher Matthäus  Merian verhelfen im ausgehenden  Mittelalter der Stadt zu internationalem Ruf und Ansehen. All diese Ereignisse und Personen wurden an originalen Schauplätzen fachkundig kommentiert und den wissbegierigen Seniorinnen und Senioren aus Littau nahe gebracht. Bereichert mit neuem Wissen und der Überzeugung, eine bedeutsame Schweizerstadt nun etwas besser zu kennen, wurde die Heimreise angetreten, diesmal über die alte Hauptstrasse Luzern – Basel, über den unteren Hauenstein. Aber das ist bereits auch wieder Geschichte!

 

Franz Bürgisser